DER INNERE DIALOG

BardonpendelWas ist eine Fähigkeit?

Eine Fähigkeit ist ein Bündel von kompliziert strukturierten Aktivitäten, die ausgelöst werden, sobald man „es tun“ will oder indem man seine Aufmerksamkeit darauf richtet.

Wie hebt man seine Hand?

Niemand weiß das wirklich, wir können es nur TUN. Wir haben in unsere Kindheit gelernt, wie wir das bewerkstelligen müssen, und die menschliche Physiologie lehrt uns, daß dieser einfachen  Tätigkeit hunderte von unterschiedlichsten Prozessen zuerst in unserem Gehirn ablaufen müssen, dann gefolgt von verschiedensten Muskelaktivitäten, Koordination, Rückkoppelungsmechanismen … und so weiter.

All dies wird von unserem Unbewußtem bewerkstelligt, wir können nur die Anleitung (Befehle) geben und dann beurteilen, was geschieht. Zum Beispiel:
„Ich hebe jetzt den Arm (oder einfach nur der unausgesprochen „Wunsch“): „Gut so, hm … nicht so gut, ein bisschen mehr nach rechts, nein, nach links, ja, und jetzt ein bißchen schneller, weiter jetzt …, oh nein, nicht so schnell, langsamer, nur nicht hudeln, …“ (und so weiter).

Unser Unbewußtes kennt die Bedeutung der (Steuerungs-) Wörter: „gut“, „langsam“, „schnell“, „ja“, „nein“, usw. und reagiert dementsprechend auf diesen inneren Dialog und paßt damit die Steuerung des Arms so lange an, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Da sich die meisten unserer Handlungen wiederholen, lernen wir, fast alle unserer Tätigkeiten automatisch ablaufen zu lassen, mit einem Minimum an bewußter Aufmerksamkeit.

Meistens erreichen wir sogar einen Punkt, an dem eine bestimmte Tätigkeit im Unbewußten so stark automatisch verankert ist, daß wir diese Tätigkeit mit unserer bewußten Aufmerksamkeit gar nicht mehr stoppen können. Schauen sie zum Beispiel auf einen Buchstaben „A“ (Bild – wird durch die Augen aufgenommen) ohne innerlich den Ton aaa zu hören. Man sieht ein äußeres Bild (das „a“) und ist gleichzeitig gezwungen, einen inneren Ton (das aaaaaaaaaaa) zu hören. Durch tausende identische Situationen hat unser Gehirn gelernt, innerlich einen bestimmten Ton zu erzeugen, sobald wir ein bestimmtes äußeres Bild sehen.

Jedes Mal, wenn man die „Gedankenkontrolle“ übt, eine Übung (die man besser nicht Übung sondern einfach nur Aktivität nennen sollte) der Stufe 1 von Bardon’s erstem Buch „Der Weg zum wahren Adepten“, dann richtet man seine bewußte Aufmerksamkeit auf den inneren Dialog. Jeder von uns führt diesen „inneren Dialog“ (inneres mit sich selbst sprechen), aber die meisten von uns machen das so automatisch, daß sie fast keine bewußte Aufmerksamkeit von dem Prozess haben.

Nun, fast alle Schüler der „inneren Künste“, ganz gleich ob man sie nun Jogis, Mystiker, Magier, Sufis, … nennt, sind sich einig darüber, daß dieser innere Dialog ihr größter Feind ist. Warum?

Man stelle sich vor, daß man gerade zum ersten Mal die „Gedankenkonzentration auf einen Gedanken“ der 1. Stufe übt.
Nach der Anleitung von Franz Bardon muß man bei dieser Übung nur einen einzigen Gedanken in seinem Bewußtsein halten, ohne seine Aufmerksamkeit auf einen anderen Gedanken abschweifen zu lassen. Bald wird man aber bemerken, daß der eigene Geist dem eigenen Befehl des Wachbewußtseins nicht gehorcht und fast sofort abzuschweifen beginnt. Natürlich bringt man mit einem Willensakt die Aufmerksamkeit gleich auf den ursprünglichen Gedanken zurück nur um zu bemerken, daß man nach wenigen Momenten auf irgendeinen unwichtigen Gedanken wie zum Beispiel: „Ich muß die Katze nach dieser Meditation füttern.“ abschweift ist. Erneut richtet man seine Aufmerksamkeit wieder auf den ursprünglichen Gedanken und an diesem Punkt beginnt ein zähes Ringen zwischen deinem eigenen bewußten Geist und den automatischen Mustern/Abläufen des inneren Dialogs. Hier beginnt für viele Anfänger ein Prozess endlosen Ärgers und großer Frustration. Nicht wenige Schüler geben deswegen bereits an diesem frühen Punkt der Entwicklung auf.

In der „Autobiographie eines Jogis“ von Jogananda kann man ein gutes Beispiel dafür finden. Am Beginn des 14. Kapitels kann man die Stelle lesen, wo Sri Yukteswar seinen Schüler mit den Worten ruft: „Mukunda“ (das war der Vornahme Yoganandas) und der junge Yogananda antwortete: „Meister, ich meditiere gerade!?!“ (und kann deshalb nicht kommen). Der Meister antwortete: „Ich weiß WIE du meditierst, deine Gedanken wandern ziellos wie Blätter im Wind !“
Ich könnte hunderte von ähnlichen Beispielen aus der esoterischen Literatur anführen, da der störende innere Dialog ein allgemeines Problem bei Konzentrationsübungen darstellt und deshalb sehr gut in der okkulten Literatur dokumentiert ist. Jeder Schüler der okkulten Wissenschaften wird diesem „Problem“ begegnen. Deshalb stellt FB die Gedankenkontrolle und Gedankenkonzentration bzw. Gedankenzucht an den Anfang seines Systems.

Die meisten Lehrer sind der Auffassung, daß man als Anfänger als erstes die Kunst der Konzentration erlernen muß. Ich persönlich glaube, daß dies ein  Irrtum ist. Ganz im Gegenteil bin ich der Auffassung, daß JEDER Mensch schon ein Meister der Konzentration ist. Jeder Mensch hat kann sich auf bestimmte Tätigkeiten oder Bereich perfekt konzentrieren. Man denke an irgendeinen Bereich, irgendeine Tätigkeit, die man wirklich gerne tut, die man für lange ausüben kann, zum Beispiel eventuell Fernsehen schauen, Lesen, Plaudern, beim Bier sitzen … usw.
Jeder Psychologe kann bestätigen, daß eine unglaubliches Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration notwendig ist, um diese Dinge zu tun. Manchmal bemerken wir gar nicht, wie erfolgreich wir SCHON JETZT sind.

Einige Menschen können sich nichts vorstellen, was sie wirklich gerne tun: solche Menschen können sich wahrscheinlich sehr gut auf das „sich Sorgen machen“ konzentrieren. Diese Art der Menschen können sich Tag und Nacht aufs sich Sorgen machen konzentrieren, es sind sozusagen wundervolle „Angst“-Jogis, und zusätzlich meist noch sehr erfolgreich darin, ihre Ängste in die Wirklichkeit umzusetzen. Das soll kein Scherz sein, sondern angewandte „Magie“ in Aktion.

Alles was man machen muß, ist einfach, seine Aufmerksamkeit von seinem gegenwärtigen Konzentrationsobjekt (Fernsehen, Plaudern, sich Sorgen machen, …) auf die neu zu erwerbende Fähigkeit zu richten. Es kann zwar einige Zeit dauern, aber durch immer wieder erneutes Ausrichten der Aufmerksamkeit auf die neue Fähigkeit wird man sich die neue Fähigkeit ohne Mühe erwerben und  !siehe da !: eine Undine erscheint vor dir ! (Das ist natürlich nur ein Scherz: Undinen sind späteren Schritten der Entwicklung vorbehalten …).

Der ***innere Dialog*** ist wirklich kein „Feind“ der Entwicklung, sondern eine kostbare Fähigkeit, mit der wir unser Alltagsleben meistern und wenn wir ihn intelligent einsetzen, ein großartiger Verbündeter beim Erwerb von unterschiedlichsten (auch magischen) Fähigkeiten.
Wie kann man nun seine Konzentrations-Übungen auf angenehme Art und Weise durchführen?

Nehmen wir einmal an, daß man gerade die Gedankenkonzentration (auf einen Punkt einen einzigen Gedanken) erlernen will. Richten sie ihre bewußte Aufmerksamkeit auf den Gedanken ihrer Wahl. Wie ich schon vorher beschrieben habe, werden sich sehr bald „Stör“gedanken (besser Fremd-Gedanken genannt) einstellen. Und hier kommt der wichtigste Punkt überhaupt zur Anwendung:

***keine Panik***

Man lasse sich nicht frustrieren.

Man bleibe ganz ruhig und gefaßt und lasse sich nicht beeindrucken. Man nenne sie nicht „Störgedanken“; ganz im Gegenteil, man begrüße diese „anderen“ Gedanken sogar ERFREUT !!!

*** es ist dumm und sinnlos, seine eigenen unbewußten Mechanismen zu bekämpfen ***

Sonst wird man sich nämlich beim Üben schlecht fühlen, das eigene Unbewußte wird die Übungssituation mit einem schlechten Gefühl verbinden und in Zukunft versuchen, solche Situationen (=die Übung) zu vermeiden (das bedeutet: man nimmt sich zwar vor zu üben, kommt aber „irgendwie“ nicht dazu). Dann wird man zu sich selbst und zu seinen Freunden sagen: „Die Übungen sind schon ziemlich schwierig und ich war leider nicht fähig sie zu meistern.“

(Eine Bemerkung am Rande: Viel Unfug wird meiner Meinung nach mit dem Konzept? von „wie schwierig doch die Übungen Bardon’s sind“ getrieben. Manche Leute brüsten sich damit und tun so als ob Bardon’s System DESHALB so gut sei, weil die Übungen so schwierig sind. So in der Art wie „Ich bewundere jeden der Klavier spielen kann, weil das so ein schwieriges Instrument ist.“ Als ob die Schwierigkeit einer Übung schon ein Garant für die Qualität einer Methode wäre …).

Die Fähigkeit ist in Wirklichkeit gar nicht so schwer zu erlangen. Man hat diese bestimmte Übung noch nie zuvor durchgeführt, wie soll man dann in der Lage sein zu wissen wie’s geht? Man gebe seinem Gehirn (Geist) die Möglichkeit ein bißchen zu experimentieren. Wenn man sehr stark motiviert ist die neue Fähigkeit zu erlernen, kann es leicht vorkommen, daß man sich verkrampft. In diesem Fall kann es sogar besser sein, eine zeitlang in die FALSCHE Richtung zu gehen ! Man denke „freiwillig“ an sogenannte Stör- bzw. Fremdgedanken und erfreue sich daran es aus „freien Stücken“ bzw. „selbst“ FALSCHZUMACHEN.

Nun, man stelle sich vor, man sitzt gerade bei der Übung und hat gerade fast vollständig vergessen, daß man gerade bei einer Konzentrationsübung durchführt. Und dann plötzlich – wumm – ist man „zurück“ und konzentriert sich von alleine wieder auf das Konzentrationsobjekt. Diese Erfahrung wird man anfangs oft machen. Man hat sich nicht bemüht, man hat nicht darum gekämpft. Man ist ganz einfach „von alleine“ wieder zurück. Man ist gedankenversunken dagesessen und hat an irgendetwas komplett irrelevantes gedacht und von einem Augenblick zum nächsten springt die eigene Aufmerksamkeit zurück zum Objekt der Konzentration. Warum? Niemand weiß genau warum. Es passiert einfach. Das Unbwußte hat das bewerkstelligt. Aber das einzige was zählt ist, daß man wieder konzentriert ist.

Man erfreue sich an diesem Prozess ! Man kann auch zu sich selbst sagen (Verstärkerwirkung!): „Oh ja genau, ich bin zurück, das ist das Konzentrationsobjekt, das ist der richtige, erwünschte Bewußtseinszustand. (Oder man „fühle“ es, ohne das Ganze in Worte zu kleiden.)
Dann nach wenigen Augenblicken wird die Aufmerksamkeit wieder abschweifen. Und nach einem kürzeren oder längeren Zeitraum wird sie wieder auf das ursprüngliche Konzentrationsobjekt zurückspringen.

Während dieser Anfangsphase des Lernens wird die Aufmerksamkeit dauernd wandern. Ich vergleiche diesen Bewußtseinszustand gerne mit einem Pendel. Das frei aufgehängte Pendel schwingt frei im Raum gezogen von den Kräften der Gravitation (Unbewußtes). Während kurzer Momente wird es auch das Zentrum durchlaufen oder streifen (unser Konzentrationsobjekt), aber die meiste Zeit wird es außerhalb sein. Wenn man Fortschritte mit der Übung macht, wird sich das Pendel beruhigen und dadurch das Zentrum öfters durchlaufen. Und schließlich wird es genau in der Mitte (Konzentrationsobjekt) stehen bleiben und man kann sich so lange konzentrieren wie man will. Lassen sie das Pendel (Geist) seinen eigenen Weg gehen ohne sich groß einzumischen oder sich anzustrengen. Zum Schluß bleibt es von alleine genau dort stehen, wo man es sich wünscht.

 

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