Die Mayas, war es wirklich so oder doch ganz anders und wie funktioniert der Kalender?

mkDie Majas

Die ersten Erkundungen der Maya-Welt fanden im 18.Jahrhundert unter dem spanischen König Karl III statt. Zur Veröffentlichung kam es jedoch erst 30 Jahre später, allerdings nicht in Spanien sondern in England und Deutschland.
Der Amerikaner John Lloyd Stevens und der englische Architekt Frederick Catherwood erforschten von 1839 bis 1841 das ganze Maya-Gebiet.
Der Franzose Desire Charnay fotografierte um 1860 die Ruinenstätte in Mexiko.
Im Verlauf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wechselte die Feldforschung von der Bestandsaufnahme der Ruinen zu Ausgrabungen. Man war erstrebt, Dörfer und Wohnbezirke auszugraben.
Die Entschlüsselung der Maya-Schrift war ein langwieriges Unterfangen. Schließlich fand man heraus, dass es bei den Steininschriften um Ereignisse im Leben von Herrscherfamilien und der Staaten ging.
Das Maya-Gebiet war bis ins 20. Jahrhundert eine dünnbesiedelte und von der modernen Zivilisation nur wenig berührte Zone. Zunächst wurde hauptsächlich die Maya-Sprache erforscht.

Die Maya entwickelten im vorkolumbischen Mittelamerika eine Hochkultur, die ihre Blüte im Zeitraum von 300 n.Chr. bis zur Conquista hatte. Sie besaßen kein zentrales Herrschertum, sondern ihr Gebiet bestand aus vielen einzelnen Stadtstaaten. Noch heute beeindrucken ihre lange im tropischen Urwald  verschwundenen Städte Jahr für Jahr tausende von Besuchern. Doch die Architektur war nicht ihre einzige Errungenschaft, ihre Keramiken sind anspruchsvoll, sie besaßen ein komplexes Götterpantheon und entwickelten als einzige in Mesoamerika ein vollständiges Schriftsystem, verbunden mit einem komplexen Kalenderwesen.

Die Maya zählten die Zeit in Tagen seit Beginn ihrer Zeitrechnung, ihrem 4 Ahau 8 Cumku, was nach unserer Zeit dem 11. August 3114 v.Chr. entspricht. Die Zahl der Tage, die seit diesem Weltbeginn vergangen sind, wurden als Zahlencode in fast alle Bauwerke eingraviert. Um Ordnung in die Legion Tage zu bringen benutzten die Maya ein 20-Zählsystem von zwei ineinander verketteten Kalendern: Der astronomische Kalender, der Haab, ist ein 365-Tage Jahr mit 18 Monaten und jeweils 20 Tagen. 18×20 Tage sind aber nun mal 360 Tage (ein altes Problem, das auch den Babyloniern missfiel, die auch ihre und unsere 360er Zählung benutzten). Die 5 überzähligen Tage wurden von den Maya einfach als Unglückstage bezeichnet. Der zweite Kalender, mit dem Jahreskalender verkettet, ist der heilige Kalender der Maya, der Tzolkin.

Dabei wiederholen sich ständig die Nummern 1 bis 13 mit 20 Tagesnamen. Das heilige Jahr hat somit 13×20 =260 Tage. Beide Jahre greifen ineinander und ergeben somit einen 52 Jahre- Zyklus in dem jeder Tag durch vier Angaben charakterisiert werden konnte, z. B. 8 Ahau 8 Zotz.

Die Schamanen der Maya waren in der Lage, sich durch Rituale als Zeitreisende durch verschiedene Realitäten zu bewegen und so Wissen von Leben und Tod zu ergründen. Eines der großen Geheimnisse ist das Wissen über die Zeit und das kalendarische-, kosmische System. „Die Maya zählten die Zeit vom Beginn ihrer Zeitrechnung, dem 11. August 3114 v.Chr. Dieser Tag war ein ‚4 Ahau 8 Cumku‘. Die Maya nahmen an, dass die Welt auch an einem ‚4 Ahau 8 Cumku‘ untergehen würde. untergehen würde.

 

Vereinfacht dargestellt besteht der eigentliche Kalender aus zwei ineinander verzahnten Zyklen. Auch bei den anderen mexikanischen Völkern war diese sogenannte Kalenderrunde in Gebrauch. Hierbei handelt es sich um einen 260-Tage und um einen 365-Tage-Zyklus, die wie zwei Zahnräder ineinandergriffen. Der 260-Tage-Zyklus (Tzolkin) war in erster Linie ein Ritualkalender. Die Funktionsweise ist verhältnismäßig einfach: 20 Tageszeichen wurden mit den Zahlen 1 – 13 gekoppelt.

Nach Ablauf von 13 Tagen endete die erste Woche, der Zyklus beinhaltete demnach 20 Wochen (260 : 13= 20). Die Bedeutung der 20 Tageszeichen ist uns von Diego de Landa überliefert. Jeder Tag wurde von einer anderen Gottheit beherrscht, die sowohl glück- als auch unglücksbringend sein konnte.

Diese Tagesgötter beeinflussten nicht nur das Geschehen des jeweiligen Tages, sondern auch das Schicksal eines jeden an diesem

2125 : 400 = 5 Rest 125
125 : 20 = 6 Rest 5
5 : 1 = 5 (Rest 0)

 

 

Wollten wir das Datum 1995 in der Schrift der Maya darstellen, so müßten wir folgendermaßen vorgehen:

1995 : 360 = 5 Rest 195 =

95 : 20 = 9 Rest 15 =

15 : 1 = 15 (Rest 0) =

Tag geborenen Kindes

Der 365-Tage-Zyklus (Haab) setzt sich aus 18 Monaten zu je 20 Tagen zusammen. Dividiert man 365 durch 20, stellt man fest, daß ein Rest von 5 Tagen übrigbleibt. Diese 5 Tage wurden in einem Kurzmonat zusammengefaßt und als unglücksbringend angesehen. An diesen Tagen ruhte das öffentliche Leben, alle an diesem Tag begonnenen oder durchgeführten Unternehmungen waren vom Unglück verfolgt und von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Die Kombination dieser vier Elemente bewirkt eine eindeutige Bezeichnung eines jeden Tages innerhalb von 52 Jahren (genauer 18980 Tagen). Nach Ablauf eines solchen . Mayajahrhunderts“ bestand die Gefahr des Weltuntergangs.

Am letzten Tag des alten Zyklus. wurden deshalb alle Feuer im Land gelöscht, und die Priester zogen zum Sternenhügel außerhalb der Stadt Tenochtitlan. Überquerten die Plejaden nach Mitternacht ihren Zenit, galt der Neubeginn des nächsten Zyklus‘ als gesichert. Auf der Brust eines geopferten Menschen entzündeten die Priester sodann ein neues Feuer, welches an das Volk und an die Tempel weitergereicht wurde.

Die Abfolge dieser 52-Jahr-Zyklen erlaubt jedoch immer noch keine langfristige Datierung. Erst die Erfindung der sogenannten . Langen Zählung“ (longcount) ermöglichte eine kontinuierliche Zeitrechnung. Das Prinzip beruht auf der Einführung eines Nullpunktes, von dem an alle Tage fortlaufend gezählt wurden.

Das Datum, an dem die Zeitrechnung der Maya begann, ist der 10. August 3114 v. Chr. Diesem fixierten Nullpunkt liegt sicherlich kein historisches Ereignis zugrunde, vielmehr dürfte es sich um ein errechnetes Datum, vielleicht sogar um ein mythologisches Ereignis handeln.

Gezählt wurde wiederum mit Hilfe des Vigesimalsystems. Die kleinste Zeiteinheit war hierbei ein Tag. Die jeweils nächsthöheren Zeiteinheiten wurden wie folgt zusammengefaßt:

20 kin = 1 uinal ( = 20 Tage)

18 uinal = 1 tun (= 360 Tage)

20 tun = 1 katun (= 7 200 Tage)

20 katun = 1 baktun (= 144 000 Tage)

 

20 baktun = 1 pictun (= 2 880 000 Tage) usw.

Die Kenntnis des fixierten Ausgangspunktes sowie der . Langen Zählung“ der Maya-Zeitrechnung ermöglichte eine Korrelation unserer eigenen Zeitrechnung mit derjenigen der Maya. Heute können die wichtigsten Gebäude der Maya exakt datiert werden, was durch die Vielzahl der gefundenen in Stein geschlagenen Datumsangaben wesentlich erleichtert wurde. Die geschichtliche Entwicklung dieses Volkes wurde so zugänglich, eine Vielzahl offener Fragen konnte geklärt werden.

                         Doch nicht nur die historischen Dimensionen der alten Kultur der Maya erschlossen sich dem Forscher, sondern das tiefere Verständnis der mexikanischen Kalenderwissenschaft gestattete auch Einblicke in die gedankliche und mythologische Welt der Mexikaner. Ganze Völker ergaben sich in die Knechtschaft des allgegenwärtigen Kalenders. Jeder einzelne, vom Bauern bis zum Herrscher, hatte sich den Zyklen und den in ihnen herrschenden göttlichen Kräften zu unterwerfen. Die Schöpfung selbst war keine abgeschlossene, endgültige Geschichte, sondern gleichfalls eingebunden in ein großes System von Wachsen und Vergehen. Der Fortbestand der Zeitzyklen – und damit der Welt – erforderte Menschenopfer; kein Krieg konnte gewonnen werden, keine Ernte eingebracht und kein Wild erlegt ohne den Beistand der Götter.

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Im Gegensatz zu unserem dezimalen Zahlensystem, das auf der Basiszahl 10 beruht, benutzten die Mayas ein Zwanzigersystem. In ihrer Zahlenschrift wird die Einheit 5 durch einen Balken und die Einheit 1 durch einen Punkt repräsentiert. Die Zahlen von 1 bis 19 sind im Zahlensystem der Mayas durch eine Kombination von Punkten und Balken ausgedrückt. Z.B. wird die Zahl 19 durch drei Balken und 4 Punkte bezeichnet. Die Zahlen 1 bis 19 besitzen also, ebenso wie die Null, bildhafte Glyphen.


Für Zahlen größer als 19 integrierten die Mayas das Punkt-Strich-System in ein Stellenwertsystem. Die Mayakalender-Software macht keinen expliziten Gebrauch von der numerischen Schrift der Mayas. Deshalb wird hier nicht weiter darauf eingegangen.

Drei überlieferte Mayatexte, die aus der Zeit vor den Spaniern in unsere Zeit hinüber gerettet wurden, sind nach den Städten benannt, in denen sie aufbewahrt werden. Es sind dies der Kodex Dresden, der Kodex Madrid und der Kodex Paris (siehe Maya Codices). Manchmal wird der Leser auch auf andere, weniger bekannte Textquellen verwiesen, z.B. auf die Chroniken von Oxkutzcab, erwähnt von Thompson [70] und auch Bricker & Bricker [14]. Wie in Kapitel 3 weiter ausgeführt wird, existieren geringfügige Unterschiede im Gebrauch der Kalendersysteme zwischen den verschiedenen Kodices.

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Die klassischen Mayas nummerierten offensichtlich die Tage in einem Monat von 0 – 19. Auf 19 folgte dann der Tag 0 des neuen Monats. Irgendwann in der Zeit kurz vor der spanischen Eroberung kam ein System der Nummerierung von 1 – 20 in Gebrauch. Auf diese Weise kann der Anfang des Monats die Basiszahl 1 oder 0 besitzen.

Die Verschiebung des Haab in Relation zum Tzolkin kann am Besten im Zusammenhang mit dem System der Jahrträger erklärt werden.

Ein „Jahrträger“ ist der Name eines Tzolkintages mit dem ein Jahr beginnt.

Wenn der Haabmonat die Basiszahl 0 besitzt, dann ist der erste Tag des Jahres 0 Pop. Zu jedem Datum 0 Pop gehört natürlich ein Tzolkindatum, z.B. 1 Ik 0 Pop. Da es 20 Namen für Tzolkintage gibt und das Haabjahr 365 (= 20*18 +5 ) Tage besitzt, verschiebt sich der Name für den ersten Tag von jeweils aufeinanderfolgenden Jahren um 5 Einheiten im Zyklus der Tzolkinnamen, wie in der folgenden Sequenz von Jahresanfängen:

1 Ik 0 Pop

2 Manik 0 Pop

3 Eb 0 Pop

4 Caban 0 Pop

5 Ik 0 Pop

Nur 4 Namen für Tzolkintage können 0 Pop zusammenfallen und diese vier. Werden auch „Jahrträger“ genannt.

In den historischen Aufzeichnungen finden sich drei unterschiedliche Systeme von Jahrträgern. Das System mit der größten Häufigkeit benutzt die Reihenfolge:

Ik, Manik, Eb, Caban

wie oben gezeigt.

Dieses System findet sich in Tikal und im Dresdener Kodex. Bricker und Bricker kommentieren weiter: „Ein anderer Satz von Jahrträgern, Akbal, Lamat, Ben, Edznab, wurde gelegentlich in der späten klassischen Periode benutzt. Dieses System der Jahrträger wurde nach der Region Campeche benannt, in der es zuerst auftauchte. Ein weiterer Kalender, der auf dem System Kan, Muluc, Ix und Cauac basiert, wurde in Yucatan in der postklassischen Periode eingeführt und ist in den Chroniken von Oxkutzcab dokumentiert.“ Die Autoren bemerken dazu, dass die Mayas eine Nummerierung 1 – 20 „in Mayapan am Vorabend der spanischen Eroberung“ angefangen haben, anstelle der Nummerierung von 0 bis 19. Für diese Mayas begann der erste Tag des Jahres natürlich nicht mit 0 Pop sondern mit 1 Pop. In solch einem System sind die Jahrträger die Tzolkin-Tagnamen, die mit 1 Pop zusammenfallen. Im Kodex Madrid wird ein System von Jahrträgern dieser Art benutzt:

Kan, Muluc, Ix, Cauac

Ein drittes System von Jahrträgern der Mayas ist ebenfalls dokumentiert:

Akbal, Lamat, Ben, Edznab

Drei Systeme von Jahrträgern und zwei Basiszahlen (0 und 1) für den Haabmonat ergeben sechs verschiedene Systeme, wie man Tzolkindaten in Beziehung zu Haabdaten setzen kann. Es gibt Tzolkin/Haab Daten, die in einigen Systemen möglich sind, in anderen nicht.

Ein Tzolkin/Haab Datum, das in allen sechs Systemen möglich ist, existiert nicht. Bei der Interpretation von Tzolkin/Haab Daten ist die Angabe, welche Basiszahl des Monats und welches System der Jahrträger benutzt wird, unbedingt erforderlich. Von den sechs möglichen Systemen waren tatsächlich nur vier

bei den Mayas in Gebrauch:

Für ihre Kalenderberechnungen benutzten die Mayas drei verschiedene Systeme (und einige Variationen innerhalb der Kalendersysteme). Es sind dies der Tzolkin (der heilige Kalender), der Haab (der zivile Kalender) und die Zählung im System des Long Count.

Der Tzolkin umfasst einen Zyklus von 260 Tagen. Er hat keinen direkten Bezug zu irgend einer bekannten astronomischen Periodizität. Die magischen Zahlen 1 bis 13 und die Basiseinheit 20 werden miteinander zum Zyklus von 13 * 20 = 260 Tagen kombiniert. Der Haab mit seinen 365 Tagen entspricht dem Sonnenjahr. Die Kombination des Tzolkin mit dem Sonnenjahr, dem Haab, führt zu einer Periode von 52 Jahren. Nach genau 18 980 Tagen, d.h. nach ungefähr 52 Solarjahren, fallen ein bestimmtes Haabdatum und ein Tzolkindatum wieder zusammen. Auf diese Weise war es den Mayas allerdings nicht möglich, ein Tzolkin/Haab Datum innerhalb eines Zeitraum von mehreren hundert Jahren eindeutig zu identifizieren. Im Laufe von über 105 Jahren existiert ein bestimmtes Tzolkin/Haab Datum mindestens zweimal. Die Mayas überwanden dieses Problem mit Hilfe eines dritten Systems.

Der Long Count ist eine Zählung in Tagen. Bei den Mayas wird der Long Count in Verbindung mit einer Periode von 1 872 000 Tagen angewendet. Damit waren die Mayas in der Lage, einen bestimmten Tag innerhalb einer Periode von ungefähr 5 125 Sonnenjahren eindeutig zu identifizieren.

 

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